Kandidaten

Die deutschen Kandidaten wurden von EuroCasting, einer Hamburger Agentur, gecastet. Wurde man als Kandidat akzeptiert, flog man in großen Gruppen nach Mailand, blieb eine Nacht im Hotel und wurde dann zum Studio gefahren. Nach zwei Stunden war alles vorbei und die Kandidaten wurden auf direktem Weg wieder zum Flugzeug gebracht. Fließbandproduktion wie man sie sich vorstellt. 🙂
Gecastet wurden alle möglichen Leute: von Models bis zu Leuten „wie Du und ich“, 40 Jahre alte Hausfrauen, jeder hatte eine Chance. Ich glaube, auch das ist ein Hauptgrund warum Tutti Frutti bei uns so beliebt war: einfach mal gucken, wie jemand „untendrunter“ aussah, der auch Dein direkter Nachbar hätte ein können.
An dieser Stelle waren die Deutschen übrigens deutlich organisierter als ihre italienischen Kollegen: wurde bei Colpo Grosso ein neuer Kandidat benötigt und es war gerade keiner „zur Hand“, wurde kurzerhand ein Mitglied der Besetzung rekrutiert. Cin Cin-Mädchen und auch Eurogirls traten als „concorrente“ (Kandidaten) auf, manche sogar zweimal. Selbst wenn es genug Kandidaten gab tauchten oftmals dieselben hintereinander auf. Das lag wohl daran, dass man sich bei Colpo Grosso von einer Show zur nächsten spielte, der Gewinner kam jeweils eine Runde (einen Tag also) weiter, am Ende der Woche winkte dann ein Gewinn, wie eine Reise.
Bei Tutti Frutti gab es immer nur einen Gewinner, den am Ende jeder Sendung. Dieser ging mit 3.000 Deutschmark nach Hause, ausbezahlt in der „europäischen Währung ECU“. Am Ende jeder Sendung drückte Monique dem Gewinner einen Sack mit ECU in die Hand. Hugo erklärte dazu „das Geld tauscht Dir jede Bank ein!“.
Ich wäre zu gern dabei gewesen – hat sonst auch nur irgend ein Sterblicher mal ECU in der Hand gehabt? Ich stelle mir das bei jedem Gewinner gleich vor:
Szene in einer Bank: „Guten Tag, ich möchte gerne diese ECU umtauschen, in 3.000 DM-Mark“. „Ach, Sie haben bei Tutti Frutti mitgespielt? Schämen Sie sich eigentlich gar nicht?“ 🙂

Interessant auch, wenn man heute mal recherchiert, was aus den Kandidaten so geworden ist. Bestes Beispiel ist ja nun Petra Vieten (<-KLICK!), aber auch die Männer könnens… in der Sendung vom 13.05.1990 sahen wir Klaus Goldberg (hier mit Hugo, noch recht bieder und zurückhaltend!):
KlausGoldberg

Der Name sagt Euch nichts? Mir ebenfalls nicht. Damals noch „Akustikmonteur“ in Berlin („Wenn Du in Deiner Mietskaserne Schlagzeug spielen willst, rufst Du mich und ich mach Dir den Raum dafür„), ist er heute ein erfolgreicher Swinger-Pornofilmproduzent, Spitzname „Goldy“. Wer das prüfen möchte klickt hier oder sucht mal nach seinem Namen bei Google. 😉

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