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Hier gibt es jetzt ein Großzitat aus Hugo Egon Balders Buch „Ich habe mich gewarnt„.

Denn wer könnte besser etwas zu Tutti Frutti sagen als der Moderator selbst?

Ich finde, die Infos aus seinem Buch (das ich übrigens nur empfehlen kann, es ist sehr flüssig lesbar und kurzweilig geschrieben) gehören einfach hierher, deswegen habe ich sie kurzerhand abgetippt.
Also: nehmt Euch die Zeit und lest, was der Moderator von Tutti Frutti uns zu sagen hat…

KAPITEL 12
„Von Mäusen und Möpsen: ‚Tutti Frutti‘ wird mein Schicksal
Millionen sehen die Sendung, die keiner sieht…

Das Jahr 1990 wird den Deutschen immer in Erinnerung bleiben als das Jahr der Einheit. Es war auch das Jahr, in dem Nelson Mandela nach 27jähriger Haft freigelassen wurde, in dem Lech Walesa zum Präsidenten Polens aufstieg, mit der Befreiung Kuwaits durch aliierte Streitkräfte der Golfkrieg beendet wurde. Und die Verbraucher vom „Rinderwahnsinn“ (BSE) aufgeschreckt waren.
Diese Jahr war auch für mich persönlich ein ganz besonderes: Ich wurde in den Medien zur Inkarnation des schlechten Geschmacks. Zum „Titten-Hugo“. Zum „Herrn der Möpse“. Wie soll ich das mal meinen Kindern erklären?
Der Startschuss zu dieser fragwürdigen Karriere fiel 1989. Ich machte damals zusammen mit Hella von Sinnen für RTLplus schon „Alles nichts, oder?“ und hatte RTL-Chef Dr. Helmut Thoma um einen Termin gebeten. Ich wollte ihm eine Kabarettsendung fürs Fernsehen vorschlagen und dachte dabei an ein Format, wie es Harald Schmidt später mit seinem „Satirefest“ beim Sender Freies Berlin (SFB) machte.
Den Termin bei Thoma bekam ich sehr schnell – beim ihm erhielt, wie ich später feststellen konnte, jeder schnell einen Termin. Für Mitarbeiter stand die Tür immer offen. Im Vorzimmer saß eine bildhübsche Sekretärin: Danielle, seine spätere Ehefrau.
Thoma hörte sich meine Ausführugen sehr interessiert an, und ich hatte eigentlich das Gefühl, dass ich mit meinem Vorschlag, einmal im Monat eine solche Sendung zu machen, genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen war.
„Schaun S‘, lieber Herr Balder“ sagte er in seinem österreichischen Charmantel-Dialekt, „des is ja alles ganz wunderbar. Das können wir machen. Bloß net jetzt…“
RTLplus war damals noch nicht flächendeckend zu empfangen und erreichte vielleicht 60 Prozent der Bevölkerung.  Da wollte man sich ein Minderheitenprogramm nicht leisten.
„Was wir brauchen ist ein Programm für die breite Masse. Da hab ich vielleich was für Sie“, meinte Thoma, schob eine Kassette in den Videorecorder und zeigte mir eine Ausgabe der italienischen Show „Colpo grosso“ (Der große Coup).
Die Sendung lief täglich auf dem Berlusconi-Sender „Italia7“ und wurde von einem gewissen Umberto moderiert. Das war ein kleiner dicker Mann mit Menjou-Bärtchen. Er wirkte sehr schmierig. Von dem hätte ich nie einen Gebrauchtwagen gekauft.
Ich verstand kein Wort. Ich sah nur, dass sich da immer irgendwelche Frauen auszogen, was alle sehr schön fanden. Dann sagte Thoma zu mir: „Ich will das machen. Sie auch? Wolln’s mein Umberto werden, Herr Balder?“.
Die Frage hat mich vom Stuhl gehauen. Da geh ich rein und will anspruchsvolles Kabarett machen – und komme raus mit Titten! So funktioniert Fernsehen…
Ich sagte, dass ich mir das überlegen und auch mit meiner Frau Rosanne besprechen wolle. Eine Ehefrau hat ja vielleicht so gewisse Bedenken, wenn sie erfährt, dass sich ihr Mann hauptberuflich mit nackten Busen befassen möchte, wobei „befassen“ ja nicht zwingend „anfassen“ bedeutet. Aber das muss man natürlich erst einmal glaubhaft vermitteln.
Erst viel später las ich in einer Zeitung, dass Thoma meinen Kollegen Björn Hergen Schimpf „Tutti Frutti“ angeblich vor mir angeboten hatte. Er soll aber abgesagt haben, weil seine Frau dagegen war.
Rosanne jedenfalls hatte keine Einwände, im Gegenteil. Sie sagte „Mach das!“ Und wies auch gleich darauf hin, dass sie meine Arbeit nicht nur inhaltlich unterstützen, sondern mir auch gern bei meinem stressigen Job mit den vielen Nakedeis bei den Dreharbeiten persönlich zur Seite stehen möchte. So hatte ich, noch bevor ich Thomas zusagte, schon eine Aufpasserin im Team. Ich versuchte zu retten, was zu retten war, und meinte, dass ein Postbote seine Frau ja auch nicht mit zur Arbeit nehmen würde – und es könnte am Set vielleicht den Eindruck hinterlassen, ich sei besonders triebhaft und brauchte deshalb eine Betreuerin. Aber das hat sie nicht umstimmen können. Diese Schlacht war verloren, noch bevor sie begonnen hatte.
Kurze Zeit später traf sich das Team bei RTL in Köln. Ich war ziemlich überrascht, dass gerade diese Sendung ausschließlich von Frauen gemacht werden sollte. Die heutige Chefin von Sony Deutschland, Christiane Ruff, war festangestellte Produzentin. Barbara Berke, heute erfolgreich als Ideenlieferantin für Unterhaltungssendungen, war Redakteurin, und die Produktionsleiterin hieß Gisela Stutzke. Die geballte Frauenpower, die hinter „Tutti Frutti“ stand, war natürlich später ein unschlagbares Argument gegen die Attacken der aufgebrachten Emanzen. „Emma“ erkannte eine „Erniedrigung von Frauen“ – da war ich fein raus und koonnte auf mein Damen-Dreamteam verweisen.
Auto war Hubert Franke, eine durchgeknallte Type, der mir Gags schrieb und, genau wie ich, frei war von jeder Ernsthaftigkeit. Wir alle zusammen – und Rosanne natürlich dabei – sind dann nach Mailand geflogen und haben uns unseren künftigen Tatort angesehen. Ein Schockerlebnis! Das Studio lag außerhalb der Stadt in einem grauen Industrieviertel. Eine absolute Schrottbude, die von der Baupolizei in Deutschland innerhalb von zwei Minuten verriegelt worden wäre. Treppen ohne Geländer, Starkstromkabel aus der Wand, benutzt auch als Kleiderständer. Aber man nahm das da alles nicht so genau. Solange nichts passierte, war doch alles in Ordnung. Und immerhin zeichneten die Italiener ihre Sndungen ja auch in diesem Studio auf. Wird durften es nur dann nutzen, wenn sie ein paar Tage Pause machten.
Wir übernahmen die komplette Kulisse, den Applaus vom Band (alles made in Italy) – und auch die Mädels. Francesca aus Italien war in der nächsten Woche Isabell aus Spanien. Eila aus Finnland trat irgendwann als Svenja aus Schweden auf. Roswitha aus Deutschland war auch mal Senta aus Österreich. Spielte ja auch überhaupt keine Rolle. Erstens hatten sie nichts zu sagen, und zweitens ging es ja ohnehin nur um Titten. Und die erregten immerhin so viel Aufsehen, dass bei jeder Sendung Millionen Zuschauer einschalteten. Die einen, um sich zu empören, die anderen, um sich zu entspannen. Wober der eine oder andere sich auch beim Empören entspannte.
Im Dezember 1989 waren wir eine Woche in Mailand und zeichneten die ersten Folgen auf, die dann von Januar kommenden Jahres ausgestrahlt werden sollten. Pro Tag drei bis vier Shows, immer ab 14 Uhr, weil sich keine italienischer Studotechniker finden ließen, die bereit waren, schon vormittags zu arbeiten.
Die erste „Show mit erotischem Flair“, wie es in der RTLplus-Programm-Ankündigung hieß, lief am Sonntag, 21. Januar 1990, um 22 Uhr 40. Es gab einen Sturm der Entrüstung. Mit süffisantem Larmoyanz kotzten sich die Zeilenschinder in ihren Gazetten aus. Es hagelte Verrisse.
Wir hatten unser erstes Etappenziel erreicht. Wir waren im Gespräch und sollten es drei Jahre lang bleiben.
Die allerschönsten Kritiken hat meine Mutter für mich aufgehoben. Sie rief mich übrigens nach der ersten Sendung an und sagte: „Junge, das hast du wunderbar gemacht. Und der Smoking steht dir wirklich gut. Solltest du öfter tragen …“ Mama war an diesem Abend vielleicht mein einziger Fan.
Die „Neue Ruhr-Zeitung“ (NRZ) informierte ihre Leser mit trotziger Entschlossenheit in einem winzigen Kästchen: „Hier sollte eine Kritik über die Busenshow stehen. Wir verzichten darauf. Die Sendung war indiskutabel.“
Ja, das war schon mal ganz großartig. Da hatte ein Blattmacher einen ganz großen Tag!
Für die Auftaktsendung hatte sich „die tageszeitung“ (taz) extra einen „bekennenden Voyeur ohne Abitur“ als Kritiker ausgeguckt. Der beklagte sinngemäß, er sei nicht auf seine Kosten gekommen. „Enttäuschend für Voyeure“ hieß die Überschrift, und er äußerte, dass er doch viel ieber eine zeitlich parallel laufende Talkshow auf SAT.1 gesehen hätte, wo „Gerhard Löwenthal seine Beileiste fletschen durfte“.
Und dann wörtlich: „Deutscher Hauptsponsor ist die ‚Neue Revue‘, und wie von deren Titt…, pardon, Freudscher Vertipper, Titelblättern gepflückt sehen die Showgirls auch aus. Strahlend wackeln und schunkeln sie und entblößen sich, und irgendwann kommt Neid auf beim männlichen Zuschauer – ist es nicht eine verführerische Vorstellung, ohne jegliches Wissen und Können allein mit dem Ablegen einiger Kleidungsstücke ein Schweinegeld zu verdienen? Dabei öden die Auftritte der Vertreterinnen aus der Entkleidungsindustrie schon wenige Minuten nach Beginn der quietschbunten Show an. Jedesmal ‚Oberteil weg, Strumpfgürtel weg, Abgang‘, da wünscht sich selbst ein Mensch mit voyeuristischer Neigung das baldige Ende herbei.“
Was das schnelle Geldverdienen angeht: In heutigen Radioshows kann man schon was gewinnen, wenn man weiß, wann man geboren ist! Da waren wir doch damals noch richtig anspruchsvoll!
Die „Abendzeitung“ in München, die mit Beginn eines jeden Sommers über den Aufmarsch der Nackten im Englischen Garten berichtet, schrieb: „Innere Werte zählen nict: Für ‚Tutti Frutti‘ braucht man seinen Kopf nur, weil er Augen hat“.
Waaahnsinn!
Das Bombardement an Bissigkeiten hat uns regelrecht angespornt. Zumal Umfragen ergeben hatten, dass der Anteil von Akademikern, die unsere Sendung sahen, höher war als der von Nicht-Akademikern. Ein befreundeter Theaterregisseur aus Berlin erzählte mir später, dass nach Aufführungen am Sonntag sowohl das Ensemble als auch das Bühnenpersonal fluchtartig das Theater verließen, weil sie zu Hause „Tutti Frutti“ nicht verpassen wollten. Fand ich grpßartig!

Das Sponsoring und das Casting der Kandidaten hatte die „Neue Revue“ übernommen. Ihr Chef war Richard Mahkorn, der Ehemann von ERika Berger. Sie hatte mit ihrer RTLplus-Sendung „Eine Chance für die Liebe“ längst große Verdienste erworben, indem sie die Nation davon in Kenntnis setzte, dass Onanie nicht zwingend blind mache und Gruppensex im Grunde eine gesellige Angelegenheit sei. Und das bereits drei Jahre vor „Tutti Frutti“!
Die Illustrierte hatte rücksichtsvollerweise blaue Seiden-Bademäntel für jene Kandidaten zur Verfügung gestellt, die gerade nicht am Spiel beteiligt waren. Überreicht wurden sie von unserem Assistenen Stefano. Auf den Bademänteln war deutlich der Schriftzug „Neue Revue“ zu erkennen. Das brachte sofort die Hüter des Landesmediengestzes auf den Plan, weil das aus ihrer Sicht einklarer Fall verbotener Werbung war.
Nun hatten wir zwei Möglichkeiten: Entweder alle bereits produzierten Folgen vernichten und neu aufzeichnen, was aber teuer geworden und auch gar nicht möglich gewesen wäre, weil ja unsere italienischen Tittologen wieder ins Studio mussten. Oder eine technische Lösung wählen. Die war dann auch schnell gefunden: Immer dann, wenn auf dem Bildschirm ein Bademantel mit dem Schriftzug „Neue Revue“ auftauchte, wurde der weggepixelt und unkenntlich gemacht.
Womit wir allerdings nicht rechneten: Zuschauer riefen im Sender an und fragten, wo man denn diese schön funkelnden Bademäntel kaufen könne. Eine Boutique-Besitzerin aus Bergisch-Gladbach wollte gleich fünfhundert Stück ordern und erkundigte sich nach einem Mengenrabatt!
Niemand wird behaupten können, dass wir die geilen Daheimgebliebenen vor den Bildschirmen nicht ernstgenommen hätten. Einmal allerdings – das muss ich zugeben – habe ich über die Stränge geschlagen und meine Moderation mit den Worten begonnen: „Guten Abend, meine sehr verehrten Damen und Herren. Herzlich willkommen zu Tutti Frutti. Wir sind heute zu Gast in der Walter-Eschweiler-Halle in Euskirchen …“

Daraufhin haben sich viele in die Autos gesetzt udn suchten vergeblich die Walter-Eschweiler-Halle in Euskirchen. Der damals bekannteste deutsche Fußball-Schiedsrichter – von ihm stammt der schöne Satz „Die Leistung eines Schiedsrichters ist mit irdischen Gütern nicht zu bezahlen“ – hatte schon mehrere Ehrungen erfahren, aber eine Sportstätte war noch nicht nach ihm benannt worden.

Wer in Italien arbeitet, ist gut beraten, Pannen einzuplanen. Pannen sind in Italien Gesetz. Kein Wunder also, dass einmal die Woche unsere Slotmachine mit den Fruchtsymbolen ihren Geist aufgab. Dabei konnte ich lernen, wie Italiener angesichts eines defekten Gerätes offenbar sinnliche Gefühle entwickeln. Jedesmal, wenn die Slotmachine nicht mehr funktionierte, vollzog sich das gleiche Ritual: Alle an der Produktion beteiligten Kollegen versammelten sich ehrfurchtsvoll vor der Schrottkiste,, und ich hatte das Gefühl, Zeuge einer Beschwörung zu sein. Dann quasselten plötzlich alle durcheinander, und es wurde laut. Es half aber alles nicht, das Ding wollte nicht funktionieren.
Wie in der klassischen griechischen Tragödie, wo zum Schluss immer der Deus ex machina bemüht wird, die von den Menschen verursachten Konfusionen aufzulösen, brauchte man auch hier Hilfe. Ud die kam dann immer von Lupo. So hier das „Tutti Frutti“-Faktotum. Ein kleiner, drahtiger und lustiger Mann mit einem Riesenbart. Wenn er sich – sehr bedeutungsvoll – dem Objekt des Versagens näherte, schwieg die Gemeinde. Dann trat Lupo mit einem gewaltigen Fußtritt gegen die Slotmachine, die sofort wieder betriebsbereit war. Alle gratulierten Lupo zu seinem schönen Erfolg. Und wir konnten unsere fulminante Show fortsetzen.

Eines der Phänomene bei „Tutti Frutti“ bestand darin, dass die Millionen Zuschauer sozusagen aus dem Nichts kamen. Zwar wussten alle Bescheid, aber die meisten behaupteten, sie hätten die Sendung „ganz zufällig“, „versehentlich“ oder „zum ersten Mal“ gesehen. Unsere Busen-Show war für den überraschend prüden Bundesbürger einfach bähhh. Und das zu einer Zeit, in der Beate Uhse schon Millionen verdiente mit Power-Vibratoren und Gleitcreme für den Analverkehr!
Immerhin: Die Werbewirtschaft drängte vehement in diese „Schmuddel-Sendung“, wie angewiderte Zeitgeistschreiber „Tutti Frutti“ vorzugsweise bezeichneten. Während die meisten Männermagazine über Anzeigenmangel klagten, verdiente RTLplus allein mit dem fünf Minten langen Werbeblock in der Mitte der Sendung (19.000 Mark pro 30 Sekunden!) jährlich an die zehn Milionen Mark. Und zu Beginn und am Ende lief ja noch einmal Werbung.
Die Kundenliste war lang, darunter auch viele Markenartikler. Autos, Kaffe, Shampoos, Käse. Auch ein Hersteller von Gebissreinigern ging auf Käuferfang – die Hälfte der Zuschauer war immerhin schon über fünfzig.
Opel warb sehr gern am Schluss der Sendung. Weil die Verantwortlichen herausgefunden hatten, dass die meisten während des Werbebelocks, der in der Mitte lief, aufs Klo gingen und dann ganz entspannt die Opel-Werbung sehen konnten.
Abgefahren!
Ein paar Mal wurde auch für „Mirácoli“ geworben, aber der Nudelhersteller Kraft zog die Spots schnell zurück mit dem Hinweis, das Produkt richte sich hauptsächlich an Mütter und Kinder – und die würden ja sicher nicht „Tutti Frutti“ sehen.
Mir war die Nudelfrage völlig schnuppe. Ich verdiente meine Mäuse mit Möpsen – und ich fand das absolut in Ordnung. Für die ersten Folgen erhielt ich 3.000 Mark pro Sendung, später dann 5.000 Mark. Für mich war es ein Vermögen, und immerhin lief das drei Jahre lang, Woche für Woche. Da blieb schon was hängen. Brauchte ich auch. Scheidungen kosten ja in Deutschland eine Menge Geld. Man muss immer wissen, wofür man arbeitet.
Meine Ehe mit Rosanne hatte sich, wenn man das mal so sagen darf, bereits in der ersten „Tutti Frutti“-Zeit als enden wollend erwiesen. Die „Bildzeitung“, die ja mein Tun stets mit besonderer Aufmerksamkeit begleitete, befragte sogar einen Psychologen, ob denn die Ehe eines Mannes nicht zwangsläufig in Gefahr sei, der sich Tag für Tag, sozusgaen beruflich, mit nackten Busen konfrontiert sehe. Der Seelenklempner kam zu keinem rechten Ergebnis, und wenn ich mich richtig entsinne, meinte er, die Gefahr sei eigentlich in einer intakten Beziehung gering.
Auch mir wurde die Frage gestellt, und ich fragte zurück: „Wie groß muss die Gefahr dann erst für einen Gynäkologen sein? Ich muss ja nur gucken.“
Also, an „Tutti Frutti“ ist meine Ehe mit Rosanne (und die anschlie0ende mit Natascha) jedenfalls nicht gescheitert. Und auch nicht an der von der bunten Presse in s Spiel gebrachten „Busen-Allergie“, unter der ich angeblich leiden sollte.
Immer wieder wurde in der Öffentlichkeit die Frage gestellt, mit welchem „Früchtchen“ ich wohl ein Verhältnis haben würde. Mit der „Erdbeere“? Mit der „Himbeere“? So hießen zwei der Mädchen aus dem „Cin Cin“-Ballett. Vor allem die männlichen Zuschauer waren der Meinung, dass ich nach jeder Sendung wie ein wildes Tier über die Nackerten herfallen würde. Das hat sie denn auch ein bisschen neidisch und frustriert gemacht, weil sie nach Schluss der Sendung zu ihrer Alten ins Bett krabbeln mussten, die schon schlief. Und sie dachten: Mensch, der Blader, der hat’s jetzt jut! Liegt gerade auf der „Erdbeere“…
Mein Triebleben bei „Tutti Frutti“ – hier ist es: Nichts als die Wahrheit!
Um ehrlich zu sein: Es sah traurig aus. Es gab kaum Kontakte mit den Mädchen. Sie wurden von ihrer Agentur ins Studio gekarrt und danach wieder nach Hause gebracht. Alle waren sehr süß, aber auch in halbnacktem Zustand noch irgendwie zugeknöpft.
Einmal bin ich kurz vor der Aufzeichnung an den Garderoben vorbeigekommen, und da stand eine Tür offen. Ich sah ein paar der Mädchen oben ohne und sagte hallo. Da griffen sie gleich zum Handtuch, damit ich ihnen auch ja nichts abgucken konnte. Später in der Show – okay. Aber jetzt waren sie noch nicht im Job, sondern ganz privat. Mensch, dachte ich, da hast du nun so ein Aufreißer-Image, und dann dies. Darfst du keinem erzählen!
Wesentlich erfolgreicher als ich war unser Regisseur Wolfgang Wewer. Er heiratete später die „Blaubeere“ und zog mit ihr nach Köln.

Von Mailand selbst haben wir kaum was gesehen – als FLießbandarbeiter: Fünfzehn Folgen haben wir in einer Woche gedreht!
Aber das, was ich gesehen habe, war relativ furchtbar: eine marode Stadt, ein Dreckloch. Immer Smog, immer Nebel, immer Sauwetter. Ich habe auf höchstem Niveau gehustet. Es war grauenhaft. Manchmal stand ich da am Ufer eines kleinen Flusses und beneidete doe dprt treibenden toten Katzen, die von den Köchen der China-Restaurants in den Fluss geworfen worden waren. Die Miezen hatten das Schlimmste schon hinter sich.
Ein Trauma noch heute: Taxifahren in Mailand. Da braucht man Nehmerqualitäten und die innere Ruhe eines Erleuchteten. Ich war gewarnt worden. Man hatte mir gesagt: Pass auf, wenn du in Mailand landest und das Flughafengebäude verlässt, stürzen zwanzig typen auf dich zu und brüllen „Taxi? Taxi? Taxi?“. Wenn du dann nickst, bist du verloren. Dann schnappen sie dein Gepäck, und wenn du da ankommst, wo du hin willst, bist du ein Vermögen los. Geh also immer direkt zu einem Taxistand, nenne dein Ziel und lass dir den Preis sagen. Dann ist alles in Ordnung.
Geschenkt! Nichts war in Ordnung. Die beischeißen genauso – nur anders. Ich erinnere mich, dass ein Kutschermir mal einen Fahrpreis von 60.000 Lire genannt hatte (damals etwa 60 Mark). Dann wollte er aber plötzlich 75.000 Lire von mir haben. Und ich sagte: „Moment mal, wir hatten doch vereinbart…“
Daraufhin hat er mich derart zugesülzt, dass ich schon vom Zuhören heiser wurde. Ich hab das mit meinen kargen Italienisch-Kenntnissen kaum verstanden, aber ich glaube, er begründete den Aufpreis etwa so: „Ich habe Kopfschmerzen. Inter hat gegen Rom verloren. Meine Mutter ist krank. Frau kriegt Bambino. Es regnet. Und du hast zwei Koffer. Die Fahrt und das alles zusammen kostet 75.000 Lire!“
Da regt man sich am besten gar nicht auf. Man zahlt.
Beschissen wird man schließlich überall. Fahren Sie mal in Frankfurt am Main Taxi!

Was ich ja wirklich sensationell fand: „Tutti Frutti“ beschäftigte auch die Kirche und stieß zum Beispiel beim Bischöflichen Ordinariat Regensburg auf ein lebhaftes Interesse! So sprach Domvikar Dr. Willi Gegenfurtner vom Referat „Erwachsenenbildung/Neue Medien“ – offenbar von jüngsten Buseneindrücken noch innerlich aufgewühlt – einen Kommentar im Bayerischen Rundfunk.

„Ja, man musste schon zweimal hinhören, als beim Telefoninterview mit ‚Antenne Bayern‘ beim Thema der Woche Hugo Egon Balder, seines Zeichens Chef-Unterhalter bei dem Sender RTLplus, als er die Sendung ‚Tutti Frutti‘ ankündigte und einem erstaunten Hörer – wie mir – verkündete: ‚Diese neue Sendung sei eine Kultursendung.
Nachdem sich der Sender gerade in letzter Zeit schwer tat, sein Schmuddel-Image abzulegen, konnte und durfte man sicher gespannt sein, wenn Huog Egon Balder seine Kultursendung über den Schirm bringt … Oh, wie musste das schön werden, am Sonntag zu später Stunde eine Kultursendung, bei der die Einschaltquote stimmt, und bei der die Kritik keinen beim Sender interessiert.
Ach, Hugo Egon Balder, wie sagte der Lateiner schon so schön: si tacuisses … Hugo Eogn Balder hat mir deutlich gemacht, dass ein Sender, der primitive Pornos als Erotikprogramme verkauft und gestylte Plaudereien als Beratung sieht, dass es nahtlos und haargenau passt, wenn eben derselbe Sender niveaulose und primitive Ausziehkomödien als Kultursendungen über die Bildschirme laufen lässt. … ich habe eben nicht nur eine andere Auffassung von Kultur als Hugo Egon Balder, ich habe auch eine andere Auffassung von der Würde des Menschen, die sich mir von der Bibel, meinem Lebensprinzip her beschreibt, und da sind andere Qualitäten im Leben gefragt,als dass die Einschaltquoten stimmen müssen.
Ich kann nur eins tun und dieses auch meinen Bekannten raten, Artikel, die bei so einem Senderfür sich werben, die werde ich nicht mehr kaufen. Vielleicht interessiert das dann die Programmverantwortlichen, wenn die Kritik schon nicht interessiert.“

Dieser Kommentar hat mich überrascht. Denn ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, dass sich der Klerus in Deutschland sonntags zu später Sunde Busenshows reinzieht.
Proteste gab es allerdings auch aus den eigenen RTL-Reihen. Dreißig Redakteure beschwerten sich beim Programmchef Thoma, ihr Sender sei zum Schmuddelkanal verkommen und erinnere an ein drittklassiges Bashnhofskino. „RTLplus wird für viele mehr und mehr zum Tittensender, dessen Bumsfilme unterstes Niveau erreicht haben“, schrieben sie und beklagten „Tutti Frutti“ als ein „nichtssagendes plattes Angebot“. Dabei gab es bei uns gar keine platten Busen, im Gegenteil.
Natürlich bekamen wir auch wohlwollende Zuschriften – etwa eine Ansichtskarte vom Kölner Dom mit dem schönen Kurzgedicht:
„Hugo und seine Nixen
brauchen wir alle beim Wixen.“
Ich war sehr gerührt Ein schönes Gefühl, wenn man die Menschen zum Dichten animiert.
Viele Zuschauer setzten sich mit „Tutti Frutti“ auch sehr sachlich auseinander, gaben Hinweise und Tips. Wie etwas ein Dozent für Philosophie und formale Logik aus dem Schwabenland. Er schrieb:
„Wenigstens weiß man, wie man die Namen ausspricht: Das sollte man von Herrn Balder erwarten können. Peinlich, er weiß nicht einmal, dass man im Finnischen die Wörter spricht, wie man si schreibt: E-ila! So etwas ist doch nun keine zu hohe geistige Anfolrderung – oder?“
Da hatte ich nun wieder was dazugelernt. Wie auch durch das Schreieben eines Zuschauers aus Hamburg, der seinen Brief an die „Neue Revue“ schickte:

„In der Sendung war ich empört über Herrn Balder! Die Kandidatin hatte vor der Slotmachine als Wunschfrucht die Heidelbeere angegeben. Das ließ Herr Balder nicht zu, und sie musste eine andere Frucht wählen. Als sie dann an der Maschine war, bekam sie beim ersten Mal dreimal als Symbol die Heidelbeere! Sie hätte also ohne den Einwand von Heern Balder 70.000 Mark Guthaben gehabt (gemeint waren Punkte – der Verlag). Gibt es denn keinen Schiedsrichter wie bei anderen Sendungen, der hätte eingreifen müssen?
In dem Buch ‚Blick ins Reich der Natur‘ von Bardorff Seite 44 steht unter der Überschrift ‚Heidelbeere‘, Vaccinium myrtillus aus der Familie der Heidekrautgewächse unter anderem: ‚Der Name Heidelbeere ist auf Heide zurückzuführen, Blaubeere auf die Farbe und Bickbeere (so nennt man sie z.B. in Hamburg) auf das niederländische pik=dunkel, schwarz.
Die Tatsache, dass Heidelbeere als Überschrift gewählt ist, spricht doch eigentlich dafür, dass es mindestens als Antwort nicht falsch sein konnte.
Alle drei Bezeichnungen sind auch im neuesten Duden und wenn man unter ‚Bickbeere‘ nachschlägt, findet man als Hinweis nur die Heidelbeere, nicht aber die Blaubeere.
Unter Blaubeere findet man nur die Erklärung Heidelbeere im Duden – Deutsches Universal Wörterbuch. Um was es sich bei dieser Beere handelt, wird nur unter dem Sichwort Heidelbeere erklärt.
Dieses Schreiben möchte ich als Leserbrief bewertet wissen und würde mich freuen, wenn Sie in der Neuen Revue Stellung nehmen. Mit feundlichen Grüßen …“
Alles klar? Bestimmt! Ob der Zuschauer jemals eine Antwort bekommen hat, ist mir nicht bekannt. Jedenfalls habe ich gehört, dass der Leserbrief-Redaktuer schreiend die Redaktion verlassen habe und nie wieder zurückgekommen sein soll.
Geschrien (vor Freude!) habe auch ich, als ich einen Brief von einem polnischen Künstler bekam, der mir eine Show-Idee anbot. Ach, lesen Sie doch mal:

„Ich bin ein kleine Mann (131 cm) und vielleicht kann ich in Ihre Schau benutzen sein. Ich habe eine Schauidee von welcher ich runterschreibe.
Ich bin ein gelernter Kunstmaler vom Beruf, aber noch in Polen, wo ich geboren bin, habe ich auch eine Baletscheule mit moderne Tanzen absolviert. Ich tanze gut und gern bis Heute, das sind z.B. RockanRoll, Rumba, Bolero, Tango usv, usv, mit viel indywiduelle Pas.
Ich habe auch viel mal eine Revue und Schau eine Teil genommen und kann ich gut diese Sache.
Jetzt tanze icch nicht beruflich, nur Privat (immer mit größer Damen). In Ihre Schau möchte ich gerne sich beteiligen.
Meine Schau Idee: Eine Teil von Stadtstrasse mit zwei Laterne. Unter erste Laterne steht ein Mädchen – bekannte Beruf. Auf den Straße eine alte, kleine Mann herumgeht. Er sich krumhalten, ganz langsam geht und hat Stock im Hand. Das Mädchen dem klein Mann pfeif, er macht halt und schaut das Mädchen. Sie abknopfen seine Bluse und zeigt was sie oben hat. Jetzt der Mann pfeif – aus dem Staunen, bischen sich aufrichten, doch weiter geht.
Jetzt das Mädchen zum zweiten Latern durchlauft, nocheinmall macht seine Oberteil frei und mit 4 Fingern zeigt seine Preiss.
Kleine Mann hat geständen, geschaut und auch diese Gest gemacht hat, aber nur mit 2 Finger.
Das Mädchen macht eine Kopfbewegung – zu wenig – und zeigt 3. Finger. Der Mann schaut in seine Hosentasche eine istleer, aber im zweite ist eine Münze, dann schaut in seine Hose, ob alles in Ordnung ist und zeigt auch 3 Finger – gut – Beide schmutzeln.
Jetzt das Mädchen beginn Tanzen und der Mann hat seine Stock geschmeizt, seine alte und zu lange Jacke hat ausziehen – jetzt ist er in seine Seidenhemd und tanz mit.
Das ist natürlich ein Anfang – weiter habe ich auch schon geschrieben (mit ein paar verschiedene Varianten). Ich erwarte eine Nachricht und im Fall eine zusammentreffen das Drehbuch bringe ich mit. Mit viel Grüsen …“

Eine interessante Konzeption, aus der man sicher was machen könnte. Leider habe ich noch keinen Unterhaltungs-Chef gefunden, den ich für diesen Entwurf begeistern konnte. Vielleicht war ja einfach die Zeit noch nicht reif dafür. Kleiner Mann, was nun?
Ein junger Mann aus Württemberg, der mit 27 Jahren auf dem Bauernhof seiner Eltern lebte, schrieb mir:

„Ich habe schon seit 2 Jahren den Wunsch, bei Tutti Frutti einmal dabei zu sein. Wenn ich etwas über die Kabelprogramme sagen darf: RTLplus ist aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Meine Mutti schaut gern Heimatfilme mit Karlheinz Böhm oder Rudolf Prack.
Meine Herren, sowie auch meine Damen, ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute, und bleiben Sie bei bester Gesundheit.
Wenn Sie in Zukunft mal bei uns anrufen, dann können Sie mich auch mit Du ansprechen. Ich bin auch ein großer Fan von Hugo Egon Balder. In unserer Kirche habe ich eine kerze für Herrn Balder angezündet. Das war amm Sonntag, den 24. Februar 1991 um 10.35 Uhr. Wenn ich einmal Herrn Balder sehen könnte, würde ich sagen: Herr Balder, machen Sie weiter so. Ende“

Fand ich ja richtig lieb. Der Kreis der Leute, die damals für mich in der Kirche eine Kerze anzündeten, dürfte doch eher überschaubar gewesen sein. Und bei realistischer Einschätzung der Dinge wird sich bis heute auch nicht sehr viel daran geändert haben.

Immer wieder gab es Beschwerden von Zuschauern, die unsere Regeln nicht verstanden. Dabei waren die eigentlich ganz einfach: Ein Mann und eine Frau spielten gegeneinander um Punkte. Dann gab es simple Spiele mit Fragen und Würfeln, eine Runde an der Slotmachine – oder ich setzte mich ans Klavier, spielte zum Beispiel „My way“ und fragte, von wem das Original stammte. Wenn man in drei Spielen zehn Punkte hatte, bekam man seinen ersten Länderpunkt. Und derjenige, der es nur auf sieben Punkte brachte, hatte nun die Chance, gleichzuziehen. Dafür musste er was ablegen. Für ein Sakko gabe es zwei Punkte, für eine Bluse drei. Und wer am Ende die meisten Länderpunkte vorweisen konnte, bekam 8.000 Mark.
Das wäre alles auch ohne Mittlere Reife nachvollziehbar gewesen, wenn wir nicht gezwungen gewesen wären, die italilenische Anzeigetafel zu übernehmen, die ja im Studio fest installiert war. Da tauchten dann statt 1 Punkt – 10.000 Lire auf. Stat 10 Punkte – 100.000 Lire. Folglich herrschte in Deutschland große Verblüffung, weil kein Mensch verstehen konnte, warum eine Kndidatin 30.000 Punkte bekam, nur weil sie sich ihren Rock auszog.
Da war es nun wieder die „Bildzeitung“, die sich zum Anwalt der Verwirrten machte, „Balder weiß nicht, was er tut“, hieß es auf der ersten Seite. Ich war der Depp der Nation. Als wir merkten, dass ich als Wirrkopf vom Dienst nach jeder Sendung für Schlagzeilen sorgte, haben wir unsere REgel-Konfusion instrumentalisiert. Ich habe dann immer wieder absichtlich „Pannen“ beim Erfassen des Ounktestandes eingebaut („Ähhh, also, jetzt muss mir aber mal einer helfen …“) – und die Presse ist jedes Mal darauf reingefallen und beschenkte uns mit Schlagezeilen. Fernsehland ist Wunderland.
Eine TV-Zeitschrift regte sich darüber auf, dass die Fragen in meiner Show zu blöd seien und ich damit die Gäste bloßstellen würde. Beispiel: „Kotflügel – Stoßstange – Hupe – Stehlampe – Auspuff. Frage: Welcher Begriff passt nicht dazu?“ Zugegeben, um diese Frage zu beantworten, musste man kein schneller Brüter sein. Aber einmal zeigte sich, dass auch simple Fragen eine Hürde sein können: „Haschisch – Opium – Kokain – Marihuana – Mario Adorf. Was ist falsch?“ Ein Kandidat antwortete: „Haschisch“.
Fast auf der Strecke geblieben wäre durch „Tutti Frutti“ das innige Verhältnis zu meiner Busenfreundin Hella von Sinnen. Wie von Sinnen war sie wirklich, als sie die ersten Folgen sah. So etwas hatte sie mir nicht zugetraut. Es dauerte, bis ich ihr klarmachen konnte, dass das ja alles eigentlich Ulk und ich im Grunde nur ein ganz normales Schwein war. Das sah sie ein, und wir hatten uns bald wieder richtig lieb.
Allerdings nahm sie ihren Wunsch zurück, von mir ein Kind zu bekommen. Ich hatte ohnehin so meine Bedenken, denn jeder weiß doch, dass allzu schöne Kinder es im Leben später mal verdammt schwer haben …
„Tutti Frutti“ werde ich mein Leben lang nicht loswerden. Titten sind mein Schicksal geworden. Gibt aber Schlimmeres.

Nachsatz aus Kapitel 16

[…] Als wir in Mailiand „Tutti Frutti“ aufzeichneten, ließ RTL mal zwanzig Journalisten aus Deutschland einfliegen, um ihnen einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen. Die meisten dachten, dass wir vor und nach der Sendung wüste Orgien feiern würden. Sie waren davon sehr enttäuscht, dass bei uns alles sehr gesittet zuging, und veranstalteten selbst eine Orgie. Über irgend etwas mussten sie ja berichten. Meine „Früchtchen“ aus dem „Cin-Cin“-Ballett beschwerten sich anschließend bei mir und fragten, wer denn diese wilde Horde reingelassen habe? Monique und Tiziana, meine beiden Assistentinnen, hatten sich mal bereiterklärt, an einem Essen mit den Journalisten teilzunehmen. Diese kippten gewaltige Mengen Wein in sich hinein, und es dauerte nicht lange, dann gingen sie den beiden hübschen Mädchen an die Wäsche. Die verließen daraufhin fluchtartig die gesellige Runde, was sich nachteilig auf die Berichterstattung in der Heimat auswirkte („… schlechte Stimmung im Team“ usw.).
Ein Reporter fragte mich: „Wenn ihr schon nicht rumvögelt, wie man das von euch erwartet, dann verratet doch wenigstens, was ihr abends in eurem Hotel so treibt? Muss doch irre langweilig sein.“
Darauf sagte ich: „Am späten Abend ziehen wir uns Mönchskutten an und erschrecken die anderen Hotelgäste.“
Das gab die Schlagzeile „Balder durchgeknallt – zu viele Brüste?“ […]