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Hugo Egon Balder, im Folgenden kurz HEB genannt.

HEB, geboren am 22.03.1950 in Berlin-Schöneberg, ist ein TV-Entertainer. Er spielte auch Theater, kann außerdem hervorragend Klavier spielen und auch singen.
Zum Zeitpunkt der Produktion von Tutti Frutti war er mit das bekannteste Gesicht im aufstrebenden deutschen Privatfernsehen.

Geboren am 22.03.1950 in Berlin, gründete er 1967 eine der signifikantesten deutschen Rockbands dieser Zeit: „Birth Control“, mit ihm als Drummer.
Jedoch verließ er die Band noch bevor sie schließlich mit Ihrem Titel „Gammy ray“ ihren größten Erfolg feierte.
Während der späten 70er and Anfang der 80er besuchte HEB eine Schauspielschule und wurde Mitglied verschiedener Theater-Comedy-Gruppen, darunter auch die später bekannte „Kommödchen“ mit Harald Schmidt.

Auch arbeitete er für verschiedene Radiostationen und 1985 hatte er einen Riesenhit mit „Erna kommt“, ein Lied von dem so gut wie jeder Deutsche damals den Text kannte – ein Ohrwurm eben. Auch heute füllt dieser Song noch die Tanzflächen bei Hochzeitsfeiern. Auch beliebt bei DJs, wenn die Audienz schon „gut getankt hat“. 🙂

Nach verschiedenen kleinen Shows kam für ihn der große Durchbruch und sein Einfluss auf das deutsche Fernsehen ist unbestritten: zusammen mit Hella von Sinnen moderierte er eine der innovativsten Shows die je über den Äther gingen: „Alles nichts, oder!?“. Die Show machte ihn sehr populär in Deutschland und brachte ihm das Image eines Medienclowns ein.
Keine Erinnerung mehr daran? Na dann…hier ein Ausschnitt:

Als RTLplus das Konzept von Colpo Grosso kaufte, gab es ganz eindeutig nur Einen, der für die Moderation dieser Show in Frage kam (wobei laut HEBs Biographie wohl zuerst Bernd Stelter gefragt wurde, der aber sofort ablehnte – somit war er nicht „der Eine“!). Er akzeptierte – und wurde in Nullkommanichts Deutschlands „schmutzigster“ TV-Moderator.
Es waren wirklich harte Zeiten für ihn, bei all den Schlägen die er von der deutschen Presse einstecken musste. In Interviews aus dieser Zeit machte er immer einen irgendwie frustrierten Eindruck wegen der heuchlerischen Medienpolitik und den Journalisten die für seine „Schmach“ sorgten.
Aber: wie jeder weiß, ist schlechte Publicity besser als gar keine Publicity. Trotz aller Kritik gelang es ihm, seine Popularität weiter zu steigern.

Nach Tutti Frutti und ein paar kleineren Shows nahm HEB sich erst einmal eine Auszeit vom Showgeschäft. Danach kehrte er aber (erstarkt?) zurück – als Produzent und Erfinder der bis dahin erfolgreichsten Comedy-Shows überhaupt: „RTL Samstag Nacht“, auch heute ist diese Show immer noch eines der „echten“ deutschen TV-Highlights der 90er Jahre.

Sie verursachte einen immer noch anhaltenden Comedy-Boom in Deutschland und viele Mitstreiter von damals gehören jetzt zur ersten Liga des deutschen Entertainments.

Hier mal ein Ausschnitt:

Auch „Genial daneben“ war ein großer Erfolg, wo HEB nicht nur Prodzent war sondern als Moderator auch wieder vor der Kamera stand (bzw. saß):

Auch spielte er in einigen Filmen mit. Er ist u.a. auch in der Comdey-Serie „Pastewka“ zu sehen, hier spielt er sich selbst. Und wird von Bastian Pastewka in einer Folge auch mal nach Tutti Frutti gefragt… 🙂

Wer sich für weitere Fakten über HEB interessiert schaut am besten bei Wikipedia vorbei:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Egon_Balder

Heute ist HEB nicht mehr gut auf seine Tutti Frutti-Zeit zu sprechen. In einem der letzten Interviews in welchen er über Tutti Frutti sprach, nannte er es nur noch „ja, das ist eine Show, die ich mal gemacht habe“. Während des 20jähren RTL-Jubiläums wurde er natürlich ebenfalls nach Tutti Frutti gefragt, aber sein Gesichtsausdruck sprach Bände: „oh nein, nicht DAS schon wieder“.

Wärend der Tutti Frutti Zeit konnte man an HEB beobachten, welche Entwicklung er im Laufe der Show durchmachte: war er zu Beginn und im Lauf der ersten Staffel noch „richtig gut drauf“, war ihm anzumerken, dass er bereits zu Beginn der zweiten Staffel wohl irgendwie die Lust verloren hatte. Das besserte sich aber zusehends nach ein paar Folgen. Endgültig bergab ging es aber mit seiner Laune in der dritten Staffel. Schaut man sich diese Folgen heute an, blickt einem ein müder, lustloser HEB an, die Stimme wie ein Reibeisen.
Das Reibeisen mag andere Gründe haben. Aber Hugos Motivation konnte man gut verstehen: statt einer richtigen Assistentin wurde ihm nun eine Mauspuppe zur Seite gestellt, mit welcher er dümmliche Gespräche zu führen hatte. Was sich die Verantwortlichen bei RTL dabei gedacht haben wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben (zumal bei Colpo Grosso nach wie vor „echte“ Assistentinnen zum Einsatz kamen!).

Legendär sind Hugos Scherze mit Tiziana, die ja kein einziges Wort von dem verstand, was gesprochen wurde. Auch mit Monique und Nora hatte Hugo ein gutes Verhältnis, wenn er sich auch gelegentliche Sticheleien nicht verkneifen konnte.

Ich habe mich entschieden, das Kapitel über Tutti Frutti aus Hugo Egon Balders Buch „Ich habe mich gewarnt“ hier komplett zu veröffentlichen.
Noch direkter kann man Informationen nicht bekommen – vor allem ungefiltert.
Außerdem gibt es Einblicke in seine Gedanken im Penthouse-Interview.